IM DIENST DER GEMEINDE 

In der Liturgie der Kirche wirkt eine Vielfalt von verschiedenen Diensten mit. Priester, Diakone und Pastoral- und Gemeindereferent/-innen, Kirchenmusiker/-innen, Sakristaninnen und Sakristane und Messdiener/-innen. 

Um die Liturgie als lebendige Gemeinschaft zu feiern, ist zudem das Engagement von Laien wichtig, die als Lektor/ -innen, als Kommunionhelfer/ -innen und als Leiter/-in von sonn- und feiertäglichen Gemeindegottesdiensten mitwirken. Um diese Dienste soll es hier (nach verschiedenen Anfragen) einmal in besonderer Weise gehen. Wir hoffen so, alle gewünschten Informationen über die Laiendienste in der Liturgie und ihre Ausbildung geben zu können. 


Lektor/-in 

- wichtiger Dienst in der Verkündigung des Wortes Gottes 

- eigenständiger Dienst von Laien, der nicht von anderen Diensten übernommen werden soll 

- Vortragen der alt- und neutestamentlichen Lesung(en) in der Eucharistiefeier und anderen Gottesdienstformen, aber auch von Psalmen, Fürbitten und ggf. Meditationstexten 


Um Lektor / Lektorin zu werden… 

- muss der Pfarrer dem Dienst zustimmen 

- muss Akzeptanz auf die Person hin in der Gemeinde vorhanden sein 

- ist eine Ausbildung notwendig (wenn auch nicht vor Ort immer verlangt) 

- und manchmal auf Pfarr- oder GdG-Ebene möglich 

- häufiger als regionales oder überregionales Angebot 

- bedarf es der Bereitschaft, sich jeweils gut auf die Texte vorzubereiten 

- ist Offenheit für Fortbildungen wünschenswert 


Beauftragung 

- durch den Pfarrer vor Ort im Rahmen eines Gottesdienstes 

- Nach dem Evangelium werden die Kandidaten aufgerufen und treten vor. Das Gebet, das der Pfarrer nun spricht, macht deutlich, dass ihr Dienst weit über die Verlesung der liturgischen Perikopen hinausgeht: ,,Ihr sollt das Wort Gottes in der gottesdienstlichen Versammlung vortragen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Glauben unterweisen und zum würdigen Empfang der Sakramente führen. Ihr sollt diese frohe Botschaft aber auch denen verkünden, die sie noch nicht kennen ...." 


Ansprechpartner/-innen 

- Pfarrer / pastorales Personal vor Ort 


Kommunionhelfer/-in 

- Sie helfen bei der Austeilung der Kommunion und bringen Alten und Kranken die Kommunion und dürfen auch das Allerheiligste aussetzen. Auf diese Weise unterstützen sie die Geistlichen und sind ein große Hilfe. 

- Der Dienst des/der Kommunionhelfers/-helferin ist ein Verkündigungsdienst. Dies gilt besonders, wenn die heilige Kommunion nicht innerhalb der Eucharistiefeier gereicht wird, sondern kranken bzw. alten Menschen im Krankenhaus oder in einer Altenpflegeeinrichtung. Kommunionhelfer/-innen bringen in diesem Dienst Christus zu den Menschen und tragen so zum Aufbau der Gemeinde bei. 

- Haben das Recht das Allerheiligste in Pyxis oder Monstranz zur Verehrung auf dem Altar zu exponieren und es zum Schluss wieder in den Tabernakel zurück zu stellen. Der Segen mit dem Allerheiligsten bleibt jedoch dem Priester und Diakon vorbehalten. 

- Es gibt die Möglichkeit, für den Dienst in einer Gemeinde längerfristig beauftragt zu werden, und es gibt die Möglichkeit der ad-hoc-Beauftragung durch den Pfarrer für einen Gottesdienst, in dem zusätzliche Hilfe beim Kommunionausteilen nötig ist 


Um Kommunionhelfer/in zu werden… 

- bedarf es des Einverständnisses des Pfarrers 

- muss Akzeptanz aus der Gemeinde vorliegen (der PGR muss vor der Beauftragung gehört werden) 

- ist eine inhaltliche Einführung in den Dienst wichtig (durch den Pfarrer oder Mitglieder des Pastoralteams oder in der Region) 


Beauftragung 

- Antrag des Pfarrers an den zuständigen Regionaldekan nach Hören des PGR 

- Urkunde, die der Regionaldekan im Namen des Bischofs ausstellt 

- Einführung in einer Eucharistiefeier / Bekanntgabe an die Pfarre 

- Gilt für den Bereich, der in der schriftlichen Beauftragung benannt ist und nicht davon losgelöst 


Ansprechpartner/-innen 

Pfarrer vor Ort und Pastoralteam 



Leiter/Leiterin von Wort-Gottes-Feiern 

- Verstärkt sind in den letzten Jahren sonn- und feiertägliche Gemeinde- gottesdienste in Form von Wort-Gottes-Feiern eingeführt worden, da nicht mehr regelmäßig Eucharistie gefeiert werden kann. 

- Zur Gestaltung und Leitung dieser Wort-Gottes-Feiern werden Frauen und Männer aus ihren Gemeinden/GdG vorgeschlagen (Pfarrer und PGR/GdG-Rat) und in regionalen Kursen ausgebildet. 

- Folgende Gottesdienste können von einem beauftragten Laien geleitet werden: 

- Selbstständige Wort-Gottes-Feiern 

- Horen der Tagzeitenliturgie 

- Eucharistische Andachten 

- Feiern mit Kranken und Sterbenden (Krankenkommunion, Wegzehrung) 

- Bußgottesdienste 

- bestimmte Segnungen 

- in besonderen Fällen auch die Feier des Begräbnisses. 


Um Wort-Gottes-Feiern zu leiten… 

- bedarf es der Zustimmung von Pfarrer und PGR oder GdG-Rat zu Ausbildung UND Dienst 

- ist eine Ausbildung erforderlich, in der Regel auf regionaler Ebene, zuweilen auch in der GdG 


Beauftragung 

- durch den Regionaldekan im Namen des Bischofs (den schriftlichen Antrag reicht, nach Zustimmung des PGRs oder GdG-Rates, der zuständige Pfarrer beim entsprechenden Büro der Dekane ein) 

- Gilt für den Bereich, der in der schriftlichen Beauftragung benannt ist und nicht davon losgelöst 


Ansprechpartner/-innen 

- Pfarrer / Pastoralteam vor Ort 

- Regionale/r Ansprechpartner/in 



Regelungen zu Beauftragungen 

Im „Kirchlichen Anzeiger für die Diözese Aachen“ wurde im Oktober 2015 durch Generalvikar Dr. Andreas Frick mitgeteilt: 

1. Bezüglich der Beauftragungen von Laien im Ehrenamt zu liturgischen Diensten ist grundsätzlich festzustellen, dass es keine „absoluten“ Beauftragungen gibt, sondern Beauftragungen zu bestimmten Diensten in bestimmten Gemeinden. Einen Antrag zu einer solchen Beauftragung stellt immer der zuständige Pfarrer. 

2. Beauftragungen aus anderen Bistümern müssen für das Bistum Aachen neu ausgestellt werden. Das Gleiche gilt für den Fall eines Gemeindewechsels innerhalb des Bistums. 

3. Eine erneute Beauftragung ist grundsätzlich möglich, sofern die erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind. 

4. Im Einzelnen handelt es sich um die Beauftragung zum 

4.1 Dienst als Kommunionhelfer/-in, die der zuständige Regionaldekan im Namen des Bischofs für vier Jahre ausspricht. Neben der persönlichen und liturgischen 

Qualifikation ist die Zustimmung des zuständigen Pfarreirates erforderlich. Bei Bedarf kann der Priester ad hoc eine/n Kommunionhelfer/-in bestellen. 

4.2 Dienst als Leiter/-in von sonn- und feiertäglichen Gemeindegottesdiensten, die der zuständige Regionaldekan im Namen des Bischofs für vier Jahre ausspricht. Neben der persönlichen und liturgischen Qualifikation ist die Zustimmung des zuständigen Pfarreirates erforderlich. 

4.3 Dienst der Predigt in nicht-eucharistischen Gottesdiensten, die der Bischof selbst für vier Jahre ausspricht. Neben der persönlichen und homiletischen Qualifikation ist die Zustimmung des Pfarreirates erforderlich. 

5. Anträge zu den Beauftragungen zu 4.1 und 4.2 werden an das zuständige Büro der Regionaldekane gestellt. Anträge zu den Beauftragungen zu 4.3 werden an das Bischöfliche Generalvikariat, Abteilung Grund-fragen und –aufgaben der Pastoral, Fachbereich Liturgie, gestellt. 

Die vorliegenden Regelungen treten mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 in Kraft und ersetzen die Regelungen vom 29. Dezember 2014. 


Aachen, 24. August 2015 

Dr. Andreas Frick, Generalvikar 



Schlusswort 

Die Feier der Liturgie, besonders der Eucharistie, ist „Quelle und Höhepunkt“ (Vat. II, SC 10) unseres Glaubenslebens. Die Feier des „mysterium fidei“ ist Geschenk und Auftrag Jesu, Gabe und Aufgabe für alle Mitfeiernden, mit gläubigem Herzen und wachen Sinnen den spirituellen Reichtum der Liturgie auszuschöpfen und erfahrbar zu machen. Ich danke allen, die sich in besonderer Weise durch die treue Übernahme eines Ehrendienstes bemühen, dies in unserer Pfarrei St. Josef zu ermöglichen. 


Raphael Häckler, Pfr. 


Weitere Informationen:
http://liturgie-im-bistum-aachen.de/liturgische-dienste/gottesdienstbeauftragte